Am 22. Jänner lädt das Forum Einkauf bereits zum 10. Mal zum NeujahrsEmpfang ein:

Mag. Gabriela Scopp

Der rote Faden durch die gut besuchte Veranstaltung: „Wie kann das Einkaufsmanagement globale Supply Chains gestalten und den gekonnten Markt-Mix finden?“ Nach der Begrüßung durch Bibiane Sibera, Generalsekretär Forum Einkauf, und einführenden Worten von Mag. Gabriela Scopp, Leitung Logistik und Export Control Manager bei der Dimension Data Austria GmbH und Präsidentin Forum Einkauf, übernimmt das Podium: Unter dem Motto „Die Karawane zieht weiter – aber wohin?“ diskutieren vier Experten aus Beschaffung und Supply Chain das Thema „Lokale versus globale Beschaffung“ und damit verbundene Fragestellungen.

Die Experten am Podium

Wohin zieht die Karawane? In ein neues China – das vielleicht Indien oder Bangladesch heißen wird? Oder zurück an den Ursprung – wie manche Unternehmen es nach dem Ausflug nach Asien heute praktizieren? Wo liegen die Herausforderungen für Unternehmen und was kann der Einkauf dazu beitragen, sich in Zeiten einer angespannten wirtschaftlichen Situation auf Seiten der Unternehmen wie auf Seiten der Kunden erfolgreich auf den Märkten zu behaupten?

Dr. Maximilian Burger-Scheidlin

Moderiert von Dr. Maximilian Burger-Scheidlin, Geschäftsführer ICC Austria – Internationale Handelskammer, berichten vier Praktiker von ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Sourcing-Philosophien in sich stetig verändernden Märkten.

Thomas Gerbl, MBA

Die Stieglbrauerei, vertreten durch Thomas Gerbl, MBA, Leiter SCM, setzt auf Rohstoffe aus Österreich. In einem auf mehrere Jahre angelegten Prozess wurden Lieferanten aus der Landwirtschaft davon überzeugt, hochwertige Grundstoffe für die Bierproduktion statt Biosprit zu erzeugen.

Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Orthaber

Dipl.-Ing. (FH) Gerhard Orthaber, Strategischer Einkauf von KWB – Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH aus der Steiermark, verkauft nicht nur Heizungsanlagen, sondern auch nachhaltigen Service und Garantien hinsichtlich der langjährigen Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Die Lieferanten stammen aus einem Umkreis von maximal 500 Kilometern und werden als Partner in die Forschung und Entwicklung mit einbezogen.

Prok. Richard Schwanzer

Prok. Richard Schwanzer, Head of SCM bei Kapsch Components GmbH & Co KG, Wien, hat wiederum den Rechenstift gezückt und herausgefunden, dass sich Sourcing in Kanada rechnet, weil die Kommunikation problemloser funktioniert und die Logistikabläufe einfacher sind als mit China. Chinesische Produzenten müssen überdies aufgrund der auch von staatlicher Seite forcierten Produktivitätsoffensiven mit riesigen Stückzahlen planen. Das klassische österreichische KMU war und ist hier gar nicht die Zielgruppe und kann auch die Anforderungen wie Präsenz vor Ort und laufende Qualitätssicherung nicht erfüllen.

Christoph Wilhelm

Christoph Wilhelm, Experte für globales Sourcing aus der Schweiz mit Standort in Shanghai, bekräftigt dies und ergänzt, dass der heimische Einkauf heute beispielsweise auch in den USA interessante Möglichkeiten vorfindet.

Die Betrachtung der Gesamtkosten des Beschaffungsvorgangs ersetzt zunehmend den alleinigen Blick auf Stundenlöhne als Begründung für die Produktion in Asien. Logistikaufwand, Qualitätsprobleme und nicht zuletzt die nach wie vor weit verbreitete Korruption verursachen Kosten, die die Einsparungen in der Produktion oft wieder neutralisieren oder langfristig sogar verteuern. Immer mehr westliche Unternehmen verlegen daher ihre Werke wieder in die Ursprungsländer zurück. Was sich allerdings nicht immer konsequent umsetzen lässt, besonders bei rohstoff- und energieintensiven Produktionen, die zu Hause mit ganz anderen Auflagen und Engpässen konfrontiert sind, als das in Asien der Fall ist.

Die Gäste verfolgen die lebhafte Diskussion

Die Gesamtrechnung muss also viele Faktoren mit einbeziehen, darunter auch die Fragen: Was ist der Abnehmer letztendlich bereit, zu bezahlen? Welche Qualität will er zu welchem Preis, wie individualisiert muss das Endprodukt sein? Wie viel ist es dem Kunden wert, dass er Strukturen in seiner Umgebung unterstützt?

„Du darfst so viel teurer sein, als du besser bist“ – so die treffende Aussage von Dr. Burger-Scheidlin.
Ob Bier oder Heizkessel, die Bedürfnisse der Konsumenten stehen in übersättigten Märkten heute an der Spitze aller Überlegungen. In Zeiten austauschbarer Marken und Produkte und des zunehmenden Service- statt Produktdenkens eine große Herausforderung für die Unternehmen.
„Beschaffung lokal oder global?“ kann in diesem komplexen Umfeld eine Kostenentscheidung, eine Marketingentscheidung oder auch ein Mix aus beiden sein.
Eine interessante Erkenntnis aus der facettenreichen Diskussion:
Der Einkauf kann aufgrund seiner umfassenden Kompetenzen und Marktkenntnis dabei mitwirken, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die richtigen Argumente gegenüber der Unternehmensführung wie auch gegenüber den Kunden zu entwickeln.
Das Know-how der Einkäufer fließt zunehmend mehr in den gesamten Unternehmensprozess ein, bis hin zu PR und Marketing.
Die Beschaffungsexperten in erfolgreichen Unternehmen bringen sich verstärkt bei strategischen Entscheidungen hinsichtlich Standortfragen ein und begleiten entsprechende Projekte. Dazu gehört auch die Beschäftigung mit Fragen der Transparenz und der Ethik, zwei Stichworte, die in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum noch zur Sprache kommen.

Octopus

Introducing Octopus: Yes we can REACH Conflict Minerals!

In diesem Sinne passt die Vorstellung eines neuen Angebots für Unternehmen sehr gut zum Thema des Neujahrsempfangs:

Ziel des Vereins Octopus ist es, österreichischen Unternehmen Zugang zu REACH und Conflict Minerals-Daten zu verschaffen: unbürokratisch, rasch und effizient. Die Datenbank von Octopus unterstützt Unternehmen bei der Datensammlung der Bestandteile ihrer Produkte. Das Octopus-Servicecenter beschafft und vergleicht die Daten.

Nähere Informationen zu den Vorteilen und Synergien:
Ihr Ansprechpartner: Richard Schwanzer
schwanzer@octopus-data.net
Tel. +43 664 628 44 00.

Als Jubiläumsüberraschung verlost das Forum Einkauf unter den Besucherinnen und Besuchern einen Platz in der ÖPWZ-Einkäufer-Akademie 2015. Seit 1971 bilden österreichische Top-Unternehmen ihre Young Professionals in der Einkäufer-Akademie aus und profitieren von gut geschulten und engagierten Mitarbeitern. Über den Gewinn freut sich Dr. Rudolf Hammerschmid, Group Purchase and Logistics bei Rosenbauer International AG. Das anschließende Neujahrsbuffet wird zum Genießen und zum angeregten Networken und Gedankenaustausch genützt.